Das dynamische Konfliktprofil CDP wurde vom Eckerd College, USA entwickelt und ist das einzige Instrument seiner Art, welches auf Verhaltensweisen in Konflikten fokussiert und wissenschaftlich entwickelt und evaluiert wurde. Der CDP versteht einen Konflikt als komplexen Prozess, der sich über einen gewissen Zeitraum hin entwickelt und bei dem die Verhaltensweisen, die zum Konflikt geführt haben, als besonders wichtig erachtet werden. Oft gibt es ein auslösendes Moment: Das spezielle Verhalten einer anderen Person, das Sie wütend macht oder verärgert, eine Meinungsverschiedenheit über eine Strategie oder Taktik, die dazu dienen soll, ein geschäftliches Ziel zu erreichen usw. Ein auslösendes Moment kann also alles sein, sobald unterschiedliche Ansichten aufeinander treffen: Unterschiedliche Ziele, Bedürfnisse, Wünsche, Überzeugungen, Wahrnehmungen, Ideen oder Wertvorstellungen.

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Nachdem ein auslösendes Moment aufgetreten ist, liegt es an Ihnen, wie Sie darauf reagieren. Einige Verhaltensmuster, egal ob zu Beginn eines Konflikts oder auch nachdem er bereits entstanden ist, können als konstruktiv angesehen werden. Durch konstruktives Verhalten kann eine weitere Eskalation von Konflikten vermieden werden. Entsprechend wird möglicherweise die situationsbedingte Spannung verringert und im Mittelpunkt der Konfliktsituation stehen vorwiegend Sachthemen und Ideen, während persönliche Differenzen und Meinungsverschiedenheiten in den Hintergrund rücken. Andererseits verschlimmern destruktive Verhaltensweisen die Situation. Sie tragen nur wenig zur Lösung eines Konflikts bei und führen zu persönlichen Auseinandersetzungen. Würde man Konflikte als ein Feuer betrachten, so würde konstruktives Verhalten helfen, das Feuer zu löschen, während das destruktive Verhalten das Feuer weiter anheizt.

Weiterhin ist es möglich, die Verhaltensweisen nicht einfach als konstruktiv oder destruktiv darzustellen, sondern sie darin zu unterteilen, wie aktiv oder passiv sie sind. Aktive Verhaltensmuster zeichnen sich dadurch aus, dass Personen, die Konflikten oder Provokationen ausgesetzt sind, offensiv agieren bzw. reagieren. Das aktive Verhalten kann dabei sowohl konstruktiv als auch destruktiv sein. Die Aktivität drückt sich dadurch aus, dass eine Person sich anstrengt, offensiv mit einem Konflikt umzugehen. Im Gegensatz dazu kann man beim passiven Verhalten keine solche Anstrengung erkennen. Trotzdem können auch passive Verhaltensweisen konstruktiv oder destruktiv sein – entweder tragen sie dazu bei, die Situation zu verbessern oder diese zu verschlechtern.

Komponenten des dynamischen Konfliktprofils

Der CDP existiert in der Version eines 360° Feedbacks wie auch in der individuellen Version für eine Person. In der Ausbildung zum Conflict Coach liegt der Fokus auf dem CDP-I und in dessen Anwendung für die eigenen Kunden. Der CDP besteht aus 99 Fragen, die sich in 24 unterschiedliche Kategorien einteilen lassen. Fünfzehn dieser Kategorien spiegeln die Verhaltensweisen wider, mit denen Menschen in der Regel auf das auslösende Moment eines Konflikts reagieren. Diese fünfzehn 15 Verhaltensweisen haben wissenschaftlich belegt einen wesentlichen Einfluss auf die Eskalation bzw. Deeskalation von Konflikten. Sie werden im Training ausführlich dargestellt.

Hot Buttons

Zusätzlich zu den 15 Verhaltensweisen, die darstellen wie Menschen in der Regel auf ein konfliktauslösendes Moment reagieren, hinterfragen die neun „Hot Buttons“ des CDP eine andere Art von Verhaltensweisen, nämlich Ihre Reaktion auf das Verhalten anderer Menschen, das Sie besonders stark irritiert oder aufregt. Diese individuellen „Hot Buttons“ zeigen auf, welche Art von Verhaltensweisen am wahrscheinlichsten ein auslösendes Moment für einen Konflikt bei Ihnen darstellt und welche Wirkung diese Momente auf das eigene Verhalten haben können. Das dynamisches Konfliktprofil beinhaltet die „Hot Buttons“, weil wir davon ausgehen, dass es sinnvoll ist herauszufinden, welche Situationen Sie am meisten aufregen. Dadurch wird es für Sie einfacher, Konflikte, die durch „Hot Buttons“ ausgelöst werden können, zukünftig zu vermeiden.

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